Geschichte ab 1945

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden auf Befehl von Kapitän Regens, des russischen Stadtkommandanten Schneebergs, im September 1945 der Abbau von BiCoNi-Erzen im Schneeberger Revier wieder aufgenommen und erste Erkundungsarbeiten auf Uran durchgeführt.

Nach der Gründung der Wismut AG am 6. Juni 1947 wurde wahrscheinlich noch im selben Jahr der noch offene Wolfgang Maaßen Kunst- und Treibeschacht durch das in Schneeberg arbeitende Objekt 03 der Wismut schon rekonstruiert. Im Gegensatz zu anderen Schächten wurde der Wolfgang Maaßen Kunst- und Treibeschacht aber nicht in die übliche Schachtnummerierung einbezogen.

Um die Sohlen unterhalb des Marx-Semler-Stolln zu untersuchen, wurde das Grubenfeld gesümpft. Dabei erwies es sich als Vorteil, dass unterhalb des Marx-Semler-Stolln keine Verbindung zum übrigen Schneeberger Revier bestand. Ziel der Untersuchung durch die Wismut war wahrscheinlich der Arsenikschacht, in dem man 1896 Uranerz gefunden hatte. Der Arsenikschacht befindet sich zwischen der Marx-Semler-Stollnsohle und der 61-Lachter-Strecke auf dem Wolfgang Spat im östlichen Teil des Grubenfeldes. Das Grubenfeld wurde wahrscheinlich bis zum Tiefsten gesümpft, die Untersuchung aber ergebnislos abgebrochen.

Im selben Zeitraum wurde auch begonnen die Schachthalde zu durchkutten. Mit der Einstellung der Arbeiten im Grubenfeld wurde auch das abgebrochen.

In den Jahren 1954 und 1955 wurde auch ein Skarnerzlager untersucht, welches schon im Jahr 1860 von Oberbergrat Karl Hermann Müller erwähnt wurde. Das Skarnerzlager befindet sich im Bereich der 96-Lachter-Strecke zwischen dem Treibeschacht und dem alten Kunstschacht. Mit dem Abschluss der Untersuchungen endeten die Aktivitäten der Wismut auf Wolfgang Maaßen.

Erst im Jahr 1973 rückte Wolfgang Maaßen wieder in den Blickpunkt. Die Bergsicherung Schneeberg wältigte den Wolfgang Maaßen Kunst- und Treibeschacht auf und rekonstruierte diesen bis zur Griefner Stollnsohle. Geplant war, ein Besucherbergwerk einzurichten. Das Vorhaben scheiterte aber am Einspruch der NVA, da sich die Schneeberger Kaserne und das Übungsgelände in unmittelbarer Nähe befanden. Um sich aber weitere Optionen für die Zukunft offen zu halten, wurde der Wolfgang Maaßen Kunst- und Treibeschacht nur mit einer Betonplatte gesichert

Ende der neunziger Jahre begann sich der 1994 gegründete Bergbauverein Schneeberg/Erzgebirge e.V. für das Schachtgelände zu interessieren. Es wurde die Idee geboren, das historische Gebäudeensemble zu erhalten und zu rekonstruieren. Neben dem Pochwerk sind im Umfeld weitere Gebäude der Grube erhalten, so das Huthaus, dass 1825 erbaute Steigerhaus, dass 1820 erbaute Pochwerkssteigerhaus und die 1855 erbaute Bergschmiede. Im Jahr 2002 übernahm der Verein das Pochwerksgebäude.

Nachdem im Jahr 2003 die letzten Mieter das marode Pochwerksgebäude verlassen hatten, konnten die Arbeiten an diesem Gebäude beginnen und zum Zweck der Dokumentation wurde das Gebäude im August 2004 in allen Details fotografiert. Ebenfalls im August 2004 wurde die zugeschüttete Aufschlagrösche freigelegt und somit die Radkammer des Pochwerkrades befahrbar gemacht.

Nach dem Entkernen des Pochwerkgebäudes mussten Teile des Fachwerkes der Innen- und Außenwände ausgetauscht und die Wände neu ausgefacht werden. Anschließend wurde die gesamte Außenwand mit Holzschindeln versehen. Das Dach sowie der Dachstuhl wurden vollständig erneuert und am 11. September 2007 wurde der neue Glockenturm aufgesetzt. Die Glocke bei Wolfgang Maaßen diente in den Betriebszeiten nicht wie üblich als Anzeige der gängigen Maschinen unter Tage, sondern war mit einer Uhr und einem Stundenschlagwerk ausgerüstet. Das war einmalig für das Schneeberger Revier. Am 22. Juli 2011 konnte die neue Glocke in den Glockenturm gehoben werden und am 1. Dezember 2011 wurde auch das im Original erhaltene und restaurierte Uhrwerk in Gang gesetzt. Das Uhrwerk wurde wahrscheinlich um das Jahr 1700 gebaut.

In der Zukunft ist auch vorgesehen, dass im Jahr 1875 errichtete Treibehaus sowie den 1890 errichtete Kesselhausanbau am Pochwerksgebäude wieder zu errichten.

Die Rekonstruktionsarbeiten dauern derzeit noch an und werden finanziell durch die Nickelhütte Aue, dem ehemaligen Blaufarbenwerk Niederpfannenstiel, unterstützt.

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