Geschichte 1880 - 1945

Im Jahr 1880 wurden die Schneeberger Gruben Daniel, Weißer Hirsch, Gesellschaft, Bergkappe (Türk) und Wolfgang Maaßen auf Betreiben der Blaufarbenwerke zum Schneeberger Kobaltfeld vereinigt. Der Schwerpunkt der Kobalt- und Silbergewinnung bei Wolfgang Maaßen verlagerte sich in das Revier der Auferstehung Christi Fundgrube, wo zwischen der 71-Lachter-Strecke und der 116-Lachter-Strecke der Abbau auf dem Maximilian Spat erfolgte. Vor allem Dank der reichen Wismuterze in der Pucherschacht-Abteilung, war Wolfgang Maaßen mit 25 Prozent der Belegschaft und 30 Prozent des Ausbringens die Größte der 5 vereinigten Gruben.

Im Jahr 1882 wurde im Pucherschacht die Förderung mittels Haspel bis zur Griefner Stollnsohle durch eine Dampfmaschine ersetzt. Gleichzeitig wurden auf der Griefner Stollnsohle auf dem Alexander Spat und dem Friedefürst Flachen Schienen zur Erleichterung der Förderung verlegt. Die Aufschlussarbeiten konzentrierten sich weiterhin auf den Maximilianspat zwischen der 71-Lachter und 116-Lachter-Strecke. Allein hier wurde Erz im Wert von 27.850 Mark (42.970 RM) ausgebracht.

Gegenüber vom Wolfgang Maaßen Treibeschacht wurde im Jahr 1883 ein Dampfpochwerk mit einer Leistung von 12 PS errichtet und in der Wäsche die veralteten Einkehrherde durch moderne Stoßherde ersetzt, die von einer 2 PS starken Dampfmaschine, angetrieben wurden. Auf der Marx-Semler-Stollnsohle wurden zwischen dem Maximilian Spat, dem Wolfgang Maaßen Treibeschacht und der Pucherschacht-Abteilung auf einer Länge von 1203 Metern Schienen für die Förderung verlegt. Die Gesamtkosten für diese Investitionen beliefen sich auf 21.345 Mark (32.932 RM) (alle Originalzahlen wurden in RM Stand 1938 umgerechnet). Im selben Jahr erreichte auf dem Roland Morgengang das Stollnort des Marx-Semler-Stolln den Friedefürst Flachen. Im Jahr 1884 wurde auf dem Alexander Spat mit Apatit ein für das Schneeberger Revier neues Mineral entdeckt.

Im Jahr 1885 wurde mit dem Vortrieb der 146-Lachter-Strecke vom Friedrich August Spat zum Maximilian Spat begonnen. Ziel war die genauere Untersuchung der Erzfälle auf dem Maximilian Spat.

Zur Verbesserung der Vorratsbilanz wurden die Ganguntersuchungen intensiviert. Im Jahr 1886 wurde auf der 71-Lachter-Strecke über einen Querschlag vom Maximilian Spat aus in nördliche Richtung nach 213 m der Neuhoffnung Flache erreicht. Der zur Verbesserung der Förderung und Wasserlösung weiter geteufte Pucherschacht erreichte in der 10. Woche des Quartals Trinitatis (31. Mai bis 6. Juni) 1886 den Querschlag vom Alexander Spat auf der Fürstenstollnsohle.

Auf der Suche nach bauwürdigen Wismuterzen wurden im Jahr 1887 auch im Zentralrevier von Wolfgang Maaßen die alten Baue (z. B. auf der 8-Lachter-Strecke auf dem Wolfgang Spat) wieder aufgewältigt. Zur Verbesserung der Fahrung wurde ebenfalls im Jahr 1887 im Kunst- und Treibeschacht von Wolfgang Maaßen eine elektrische Signalvorrichtung für die Seilfahrt mittels Tonne eingebaut.

Im Grubenfeld Pucher erreicht man im Jahr 1888 mit dem Stollnort des Fürstenstolln auf dem Alexander Spat nach 426,7 m westlich vom Roland Morgengang den Granit. Hier zerschlug sich der Gang. Zur weiteren Erkundung des Ganges teufte man auf der Zschorlauer Flur auf dem dort als Neuer Churfürst zu Sachen Ankunft benannten Alexander Spat einen Schurfschacht, der Ende 1888 eine Teufe von 20 m erreichte. Um die dort angetroffene Vererzung weiter zu untersuchen, wurde der Schacht im Jahr 1889 weiter geteuft. Zusitzende Wässer sorgten aber nach wenigen Metern für die Einstellung der Arbeiten.

Im Jahr 1890 erhielt das Pochwerk einen separaten Dampfkessel in einem an das Pochwerk angebauten massiven Gebäude. Außerdem wurde vom Schachtgelände Wolfgang Maaßen zum Pochwerk eine eiserne Förderbrücke mit einer Dampfhaspel gebaut. Ebenfalls 1890 erreichte man mit der Auffahrung der 164-Lachter-Strecke den Maximilian Spat.

Im Jahr 1891 wurden die Arbeiten im Friedefürst Flachen auf der Marx-Semler-Stollnsohle aufgegeben und 1892 nach einem Wassereinbruch im Alexander Spat 369 m südöstlich vom Roland Morgengang ebenfalls eingestellt. Bedingt durch die Trockenheit und das dadurch fehlende Aufschlagwasser musste im Oktober 1892 die Wassersäulenmaschine abgeschützt werden. Daraufhin stiegen die Wässer bis 2 m über die 81-Lachter-Strecke. Der Wasserstand erreichte am 12. Februar 1893 seinen höchsten Stand mit 10 m über der 71-Lachter-Strecke. Trotz wieder angelaufener Sümpfung stand das Wasser Anfang 1894 noch immer 12 m über der 81-Lachter-Strecke. Erst der Einbau von zwei neuen Drucksätzen in die Wassersäulenmaschine schaffte Abhilfe und man konnte die Grube bis zum September 1894 vollständig sümpfen. Eine vom Doppelhäuer Heinrich Voigt entwickelte Konstruktion zum Sammeln des Bohrstaubes beim maschinellen Bohren zeigt, das man sich schon frühzeitig mit dem Problem des beim Trockenbohren entstehenden Bohrstaubes beschäftigte. Bis dahin wurde versucht mit feuchtem Werg und dem befeuchten des Bohrloches den Bohrstaub zu binden.

Im Jahr 1897 wurde im Grubenfeld Priester auf der 71-Lachter-Strecke ein neuer Gang, der Maria Spat angefahren. Der Maria Spat löste den seit 35 Jahren mit Erfolg bebauten Maximilian Spat als Hauptgang der Grube ab. Der bis 10,5 m unter die Rasensohle bebaute Alexander Spat schlug zunehmend in die alten Baue ein, so dass im Jahr 1899 der Abbau eingestellt und das Feld am Pucherschacht oberhalb des Griefner Stolln aufgegeben wurde.

Im Pochwerk Wolfgang Maaßen wurde 1899 eine kostengünstigere elektrische Beleuchtung (12 Volt, 6 Ampere) mit 12 Glühbirnen eingebaut und somit die Gasölbeleuchtung ersetzt.

Das Grubenfeld von Wolfgang Maaßen erreichte in den Jahren nach 1900 sehr große Ausmaße. Im Feld der Priester Fundgrube brachte die Untersuchung des Morgenrot Flachen und des Neuhoffnung Flachen auf der 71-Lachter-Strecke keine Erfolge. Auch der Maximilian Spat lieferte nur noch wismutarme, dafür aber arsenreiche Erze. Im Ostfeld des Pucherschachtes wurde 1904 auf der Griefner Stollnsohle ein Wismuterz führendes Trum des Alexander Spates erschlossen. Im westlichen Feld wurde dagegen im Jahr 1906 auf der Fürstenstollnsohle der Friedefürst Flache im Granitkontakt erzleer angefahren.

Im Jahr 1910 wurden aus Kostengründen alle Arbeiten unterhalb der Marx-Semler-Stollnsohle eingestellt und die Grube bis zu diesem Niveau geflutet. Das Feld des Pucherschacht wurde abgeworfen. Die Wassersäulenmaschine im Wolfgang Maaßen Treibeschacht wurde abgebrochen und der Schacht unter der Marx-Semler-Stollnsohle mit einer Eisenbühne verwahrt.

Im Jahr 1911 wurde auf der Stollnsohle eine Wasserturbine installiert, die mit dem frei gewordenen Aufschlagwasser einen Kompressor antrieb und Druckluft über eine Ringleitung an die Fundgrube Gesellschaft liefern sollte. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens auf Grund technischer Unzulänglichkeiten wurde auch der Kompressor wieder abgebrochen.

Um die aus dem Grubenfeld des Pucherschacht zusitzenden Wässer von 9 m3/h auf dem Marx-Semler-Stolln und 19,5 m3/h auf dem Fürstenstolln zu nutzen, wurde der Marx-Semler-Stolln in einer Entfernung von 161 m vom Wolfgang Spat mit einem Betondamm von 2 m Mächtigkeit verspündet. Auf dem Roland Morgengang in einer Entfernung von 284 m vom Wolfgang Spat wurde der Fürstenstolln mit einem Betondamm von 1,5 m Mächtigkeit ebenfalls verspündet. Das Wasser lief jetzt über den Griefner Stolln zum Schindlerschacht und konnte dort als Aufschlagwasser für die Wasserhaltung genutzt werden.

Die Untersuchungs- und teilweise auch die Gewinnungsarbeiten wurden auf den wasserfreien Sohlen bis zur Einstellung des Bergbaues im Jahr 1932 fortgesetzt. Das Pochwerk auf Wolfgang Maaßen stellte Mitte der zwanziger Jahre den Betrieb ein. Im Jahr 1939 wurden sämtliche Schachtanlagen und wahrscheinlich auch das Dampfpochwerk abgerissen.

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